Ressourcen und geopolitische Dynamik in Grönland

Ronn 20.000 Awunner zielt Nuuk an der Südwestküste Grönlands. Trotz der schlichten Erscheinung der Hauptstadt und der weitläufigen Tundra, ist Grönland reich an wertvollen Rohstoffen. Romain Meyer, der als einziger Luxemburger auf der dänischen Insel lebt und als Direktor des Geologie-Departements arbeitet, spielt eine zentrale Rolle in der Überwachung der natürlichen Ressourcen Grönlands. Er erläutert, welche Bodenschätze die Insel so interessant machen:

„Das sind unter anderem viele Materialien, die heutzutage als Critical Raw Materials bezeichnet werden. Das bedeutet, dass sie benötigt werden für neue Technologien und von denen die westlichen Länder in der Regel abhängig sind, zum Beispiel von China… Die häufig erwähnten seltenen Erden sind im Süden sehr stark vertreten. Dort sind die größten Vorkommen seltener Erden außerhalb Chinas nachgewiesen worden. Es gibt Nickel, Kobalt und Chrom. Praktisch alle Elemente, die heute gebraucht werden, sind in Grönland vorhanden.“

Da diese Critical Raw Materials überwiegend im Norden verortet sind, gestaltet sich der Zugang zu ihnen als schwierig. Im Gegensatz dazu sind im Süden der Insel die sogenannten seltenen Erden stark präsent und leichter zugänglich. Romain Meyer betont, dass Grönland außerhalb Chinas die meisten seltenen Erden besitzt. Das derzeitige Problem des erschwerten Zugangs zu vielen Rohstoffen im Norden könnte in Zukunft durch die Folgen des Klimawandels gelöst werden, wie der Luxemburger Geolog erklärt:

„Da die Temperaturen steigen, ziehen sich die Gletscher natürlich zurück und machen mehr Land zugänglich, wo man zunächst überprüfen kann, welche Gesteine und Ressourcen dort vorhanden sind. Dadurch werden neue Ressourcen entdeckt, und der Zugang verbessert sich, da man mit Schiffen länger in Regionen fahren kann, die vielleicht nicht ganz zugefroren sind.“

Allerdings ermöglicht die grönländische Regierung nicht jedem den Zugang zu diesen natürlichen Reichtümern. Um die Umwelt und insbesondere die indigene Inuit-Bevölkerung zu schützen, gelten strenge Umweltauflagen. Beispielsweise ist die Ausbeutung von Erdöl, dessen Reserven ebenfalls massig sind, gänzlich untersagt. Der Abbau der meisten anderen Materialien ist nur eingeschränkt möglich, und für eine entsprechende Lizenz muss man bis zu fünf Jahre warten.

Außerdem gilt ein Urangesetz, erklärt Romain Meyer:

„Das bedeutet, dass nichts abgebaut werden darf, was mehr als 100 PPM Uran enthält. Das ist eine geringe Konzentration. Es muss gesagt werden, dass es hier in Grönland auch Gesteine gibt, die uranhaltig sind, und das ist ebenfalls verboten. Bei uns darf kein Uran abgebaut werden, ebenso wenig Erdöl oder Kohlenwasserstoffe.“

Die USA scheinen es mit einem möglichen Erwerb Grönlands ernst zu meinen, was in Europa, insbesondere in Dänemark, mittlerweile kaum noch als schlechter Witz angesehen wird. Wie die Trump-Regierung dieses Ziel zu erreichen gedenkt, bleibt abzuwarten, und über die wahren Motive kann zurzeit nur spekuliert werden. Für die kommende Woche hat der US-Außenminister Marco Rubio jedoch ein Treffen mit Vertretern Dänemarks angekündigt und wählt damit – vorerst – den diplomatischen Weg.

Zur aktuellen geopolitischen Situation zwischen Grönland und den USA wollte sich Romain Meyer in Anbetracht seiner Position in der grönländischen Regierungsadministration nicht äußern.

Melisa Segura
Melisa Segura

Melisa Segura je kreativní autorka, která se zaměřuje na moderní styl života, módu a inspiraci pro každodenní chvíle. Její texty spojují lehkost, autenticitu a pozitivní energii. Ráda sdílí praktické tipy a nové nápady, které pomáhají čtenářům objevovat krásu v detailech i jednoduchosti.

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